ENERGIEVERLUSTE IN HEIZANLAGEN

Definition des Nutzungsgrades von Heizungsanlagen mit Kessel oder Therme

Ein weiterer technischer Vorteil eines Anschlusses an das geothermische Wärmenetz besteht in der Minimierung der Energieverluste in der eigenen Heizungsanlage. Beim konventionellen Betrieb mit eigenem Kessel/Therme ist nur ein gewisser Teil der in Form von Brennstoff gelieferten Energie tatsächlich als Wärme nutzbar. Die Umwandlung beinhaltet Verluste in verschiedenen Stufen des Prozesses (s. Abbildung).

Feuerungs- und Abgasverluste entstehen beim Brennerstart und beim Brennerlauf (ca. 1.500 - 1.700 h/a). Sie sind Ausdruck für das Wärmeentzugs- bzw. -übertragungsvermögen des Kessels.

Bereitstellungsverluste entstehen beim Brennerstillstand, durch Auskühlungsverluste, z. B. im Kaminzug, durch Strahlungsverluste heißer Bauteile sowie beim Brennerstart. Das Aufheizen des kalten Wassers nach dem Stillstand erfordert eine höhere Leistung/Energieabgabe als der stationäre Zustand. Dieser wird bei durchschnittlich ca. 20.000 - 40.000 Anfahrvorgängen pro Jahr (und einer Brenndauer von jeweils nur 3 - 6 Minuten) oft nicht erreicht.

Verteilungsverluste sind Wärmeverluste durch Zirkulation des Heizwassers durch das Rohrsystem vom Kessel zu den Heizkörpern sowie die Wärmeverluste der Heizkörper selbst.

Die Analyse des aktuellen Anlagenbestandes am Standort Kaiserbäder sowie die Ergebnisse realer Messungen in einer Vielzahl der dort betriebenen Anlagen zeigen durchschnittliche Kesselnutzungsgrade (ohne Verluste durch Verteilung) von ca. 75 - 80 %. Dies findet entsprechend Eingang in die Potenzial– und Kostenvergleichsrechnungen.

Das Energieflussbild verdeutlicht, an welchen Stellen im Wärmeerzeugungsprozess Verluste (Energie, die nicht genutzt werden kann) auftreten.

Durch die netzgebundene Lieferung geothermischer Wärme und insbesondere die effiziente Gestaltung des Hausanschlusses  entfallen bei singulärer Betrachtung des Anschlussobjektes alle Verluste bis auf diejenigen in der eigenen Verteilung (Heizungsrohre, Heizkörper etc.). Für einen Vergleich der tatsächlichen Wärmekosten zu einer konventionellen Erzeugung im Hause ist dies selbstverständlich zu berücksichtigen. Der Kunde zahlt daher nur die Energie, die er in Form von Wärme tatsächlich selbst verbraucht.