GEOTHERMISCHE ZENTRALE

Schnittstelle zwischen Förderung und Wärmenetz

Die geothermische Zentrale stellt die Schnittstelle zwischen der Förderung des Thermalwassers und der Verteilung der Wärme über das Wärmenetz dar. Hier befinden sich sämtliche übertägige Installationen zur Steuerung und Regelung der Systemkomponenten sowie zur Druckhaltung.

Den Kern der geothermischen Zentrale repräsentiert der zentrale (Platten)-Wärmetauscher. Dieser extrahiert die mit dem Thermalwasser an die Tagesoberfläche transportierte Wärme und führt diese dem Wärmenetz zu. Dort zirkuliert ein konditioniertes und unschädliches Heizwasser, so dass die zunächst heiße und nach dem Wärmetauscher abgekühlte Sole im übersichtlichen und gut kontrollierbaren Bereich des Thermalwasserkreislaufs (Förderbohrung - Zentrale - Injektionsbohrung) verbleibt.

Zur Anhebung der Vorlauftemperatur des Wärmenetzes von ca. 68 °C (Temperatur des Thermalwassers) auf ca. 80 °C wird eine entsprechende zentrale Wärmepumpe installiert. Diese kühlt den Rücklauf des Heiznetzes nochmals aus, so dass sich hier gleichzeitig eine weitere Effizienzsteigerung des Systems ergibt.

Zur Eigenstromversorgung und als weiteren Wärmelieferanten sehen die aktuellen Planungen ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von ca. 300 kWel vor.

Eine modular aufgebaute Kesselanlage, idealerweise befeuert mit nachwachsenden Brennstoffen, sichert die Spitzenlastdeckung und sorgt für die Reserve, um die Wärmelieferungen auch im Falle von Revisionen oder Betriebsstörungen zu gewährleisten.


modularer Aufbau der einzelnen Wärmeerzeugungsstufen und deren Verschaltung

Unter Berücksichtigung aller Ergebnisse aus den umfangreichen geologischen Untersuchungen sowie der Erkenntnisse aus den Planungs- und Simulationsrechnungen ergibt sich am Standort Heringsdorf eine installierte geothermische Leistung von ca. 4 MWth. Dies reicht auf dem beschriebenen Temperaturniveau aus, um die Versorgung des Ortes mit Grundlastwärmeenergie aus heimischen Ressourcen langfristig und nachhaltig zu sichern. Die vorgestellte Anlagentechnik sichert ferner auch die Versorgung zu Spitzenlastzeiten sowie im Wartungs- oder Havariefall ab.

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