GEOTHERMIE

Die Energiealternative „von unten“

99 % der Erde sind heißer als 1.000 °C! Im inneren Erdkern herrschen Temperaturen von deutlich über 5.000 °C. Damit stellt die Erde ein gewaltiges Wärmereservoir dar. Seit dem Entstehen unseres Planeten strömt diese Wärme vom Inneren des Globus zur Oberfläche und von dort in den Weltraum. Der größte Teil davon bleibt heutzutage noch ungenutzt.

Erdwärme steht überall und jederzeit, d. h. unabhängig von Tages- oder Jahreszeit sowie von Witterung oder anderen äußeren Einflüssen zur Verfügung.  Dieses natürliche Potenzial macht ein Vielfaches des momentanen Energiebedarfs der Welt aus. Nach menschlichem Ermessen ist die Geothermie als Energieressource bei sachgerechter Nutzung nahezu unerschöpflich.

Die Geschichte der Nutzung der Geothermie als Wärmequelle reicht über 10.000 Jahre zurück. Während zunächst hauptsächlich die natürlichen Ausflüsse warmen und heißen Tiefenwassers zum Baden und für Heilzwecke Anwendung fanden, sind erste Heizsysteme auf Basis geothermischer Anomalien bereits vor ca. 2.000 Jahren archäologisch belegt. Die weltweit erste Umwandlung der Erdwärme in elektrischen Strom fand Anfang des 20. Jahrhunderts in Norditalien statt.

Mit dem Erkennen der Möglichkeiten, mit Geothermie den herkömmlichen Energiequellen und damit den nur begrenzt vorrätigen Rohstoffen eine wirklich umweltverträgliche Alternative entgegenzusetzen, wurden die technischen Verfahren zur Nutzung dieser regenerativen Energie in neuerer Zeit weiterentwickelt und verfeinert.

Im Rahmen der deutschen Energiewende sowie in Zeiten eines steigenden Bewusstseins für Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Klimaschutz nimmt das Thema der Nutzung der Geothermie eine Schlüsselstellung in der Diskussion um die zukünftige Energieversorgung Deutschlands ein. Bis zum Jahr 2020 sollen gemäß dem Willen der Europäischen Union 20 % des Gesamtenergieaufkommens aus regenerativen Quellen stammen. Dies kann nur durch einen deutlichen Ausbau der Nutzung der grundlastfähigen Energieform Geothermie realisiert werden.

Es gibt unterschiedliche Methoden zur Gewinnung der im Erdkörper gespeicherten Wärme.  Hierzu zählen die oberflächennahen Erdwärmesonden und –kollektoren sowie hydrothermale und sogenannte petrothermale Systeme (Hot-Dry-Rock oder Enhanced Geothermal Systems) zur Nutzung der tiefen Geothermie. Die Vielzahl der Anwendungsgebiete insbesondere der Niedertemperatur-Geothermie spricht für sich.

Eine Übersicht der Referenzen im Bereich der Geothermie finden Sie hier.